Wildschweine im Garten… Wissenswertes

Wissenswertes über Wildschweine

Männliche oder weibliche Wildschweine? Keiler oder Bache? Gefährlich?

Männliche Wildschweine, die Keiler, haben eine Schulterhöhe von etwa 1,10 Meter und können bis zu 150 Kilogramm schwer werden. Viele Keiler werden mit zunehmendem Alter zum Einzelgänger und durchstreifen alleine die Gegend. Sie stoßen dann zur Paarungszeit zu den Rotten und halten außerhalb dieser Zeit immer einen Sicherheitsabstand zu Rotten, denn die Leitbache könnte ein „Zunahekommen“ als Bedrohung werten.

Wühlschäden bzw. Fraßschäden im Garten sind beim Besuch von Einzeltieren meist nicht so großflächig.

Besonders die paarungswilligen „rauschigen“ Keiler können dem Gartenfreund bei direkter Konfrontation gefährlich werden, da sie mitunter ein „halbstarkes“ angriffslustiges Verhalten an den Tag legen.

Die weiblichen Wildschweine, die sogenannten Bachen, erreichen etwa die Hälfte des Gewichts eines Keilers. Sie leben mit ihren Frischlingen zusammen in Familienverbänden, den Rotten. Diese können aus bis zu 30 Tieren bestehen. Meist hat eine solche Rotte eine Leitbache, welche die soziale Struktur der Rotte ordnet und im wahrsten Sinne des Wortes „die Richtung vorgibt“.
Fällt eine so große Rotte über einen Garten her, so genügen 10 Minuten, um den Garten komplett zu verwüsten. Die Frischlinge ahmen das Fressverhalten der Bache nach. Die Schäden sind meist großflächig. Komplette Rasenbereiche werden umgepflügt.

Wildschweine durchwühlen eine Parkanlage
Nachts 02.20 Uhr: Wildschweine beim Wühlen

Wann muss ich meinen Garten besonders schützen? Sind Wildschweine tag- oder nachtaktiv?

Wildschweine sind sehr anpassungsfähig. Ihr Tagesrhythmus richtet sich nicht nach Tag oder Nacht. Können sie tagsüber nicht ungestört auf Nahrungssuche gehen, was in Wohngebieten und Gärten oft der Fall ist, so verlagern sie ihre Aktivität in die Abend- und Nachtstunden. Ihr Aktionsradius beträgt dabei bis zu 20 Kilometer.

Was fressen Wildschweine?

Wildschweine sind Allesfresser. Sie ernähren sich von Eicheln, Bucheckern, Wurzeln, Pilzen, Früchten, Kräutern, Gräsern, Würmern, Engerlingen, Schnecken oder Aas. In Wohngebieten suchen sie auch in grünen Tonnen oder Abfalltonnen nach Nahrungsresten, fressen Gartenabfälle oder durchwühlen den Komposthaufen. Ein nahe gelegener Wald, welcher reichliche Nahrungsgrundlage bietet, ist keine Garantie dafür, dass Gärten verschont werden. Eher im Gegenteil. Zum Winter hin fressen sich die Wildschweine den Winterspeck an. Im das große Angebot an pflanzlicher Nahrung im Wald gut umzusetzen, benötigen die Wildschweine tierisches Eiweiß, also Würmer, Engerlinge, Larven und andere kleine Tiere. Ein gepflegter Rasen, welcher sich leichter aufbrechen lässt, als ein mit Wurzeln durchzogener Waldboden, bietet die Ideale Basis für eine schnelle Mahlzeit. Die Wühlschäden sind entsprechend hoch.

Wühlschäden durch Wildschweine
großflächige Wühlschäden durch Wildschweine in einer Gartenanlage

Sollte man Wildschweine füttern?

Viele Tierfreunde vermuten zu Unrecht, Wildschweine würden in die Städte kommen, weil sie im Wald nicht genug Futter finden und Hunger leiden. Häufig werden die Tiere dann gefüttert. Dies führt jedoch zu einer Gewöhnung der Tiere an die leicht zu findende Nahrungsquelle, so dass sie dauerhaft im Stadtgebiet bleiben. So können die Wildschweine sogar ihre natürliche Scheu vor dem Menschen verlieren.

Wie schützt man Garten und Grundstück vor Wildschweinen?

Hier gibt es verschiedene Methoden. Man kann durch Zäune die Wildschweine aussperren. Schnell anwendbar und wirkungsvoll sind so genannte Vergrämungsmittel, wie z.B. Wildrepell.
Unter dem Menüpunkt „Was hilft gegen Wildschweine“ werden die unterschiedlichsten Varianten mit Vorteilen und Nachteilen diskutiert.

Wann sind Wildschweine besonders gefährlich?

Gefährlich ist es, wenn ein Mensch zwischen die Bache und ihre Frischlinge gerät. Das Muttertier wird seine Jungen mit dem Leben verteidigen. Wer in die Nähe einer Bache gerät, wird durch lautes Schnauben und Blasen der Bache vorgewarnt. In diesem Fall sollte man den direkten Rückzug antreten und die Tiere in großem Abstand umgehen.  Besonders aggressiv verhalten sich verletzte Keiler. In der Regel ist das aber eher ein Problem, mit dem sich Jäger auseinandersetzen müssen. Wer im Garten auf ein solches Tier trifft, sollte schnellstmöglich die Polizei informieren, da einzelne, verletzte Tiere immer wieder angreifen.

Was tun bei einem Wildschwein-Angriff?

Wildschweine sind grundsätzlich friedliebende Tiere. Sie gehen Menschen generell aus dem Weg. Kommt es trotzdem zu einer Begegnung, sollte man Ruhe bewahren und hektische Bewegungen vermeiden. Sie können das Tier verängstigen und in Panik versetzen. Am besten zieht man sich langsam zurück und gibt dem Tier dadurch selbst die Möglichkeit zum Rückzug. Versuche das Tier mit Stein- oder Astwürfen zu verjagen bewirken eher das Gegenteil! Dies sollte man nicht nur im Wald, sondern auch bei Begegnungen im eigenen Garten beachten. Auf keinen Fall darf ein Wildschwein eingeengt oder in eine Ecke gedrängt werden, es kann dann sehr schnell zum Angriff übergehen. Sehr anschauliche Hintergrundinformationen erhalten Sie in diesem Video.

Darf man ein Wildschwein im Garten erschießen?

Wildschweine unterliegen als frei lebende herrenlose Tiere dem Jagdrecht. Sie dürfen nur auf Jagdflächen geschossen werden. In sogenannten „befriedeten Gebieten“, wie Wohnsiedlungen, Parks oder Gärten, ist die Jagd auf Wildschweine verboten. Nur in Ausnahmefällen werden im Stadtgebiet besonders geschulte Jäger eingesetzt, etwa im Falle einer Gefahrenabwehr oder einer Tierseuchenbekämpfung.