Wildschweine im Garten?

Wildschweine aus dem Garten zu vertreiben ist keine einfache Angelegenheit.

Diese Webseite beschäftigt sich mit dem Vertreiben bzw. Vergrämen von Wildschweinen aus Gärten und Parkanlagen. Sie soll dem Erfahrungsaustausch zwischen betroffenen Grundstücksbesitzern und Gartenfreunden dienen, welche Mittel und Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um Wildschweine aus dem Garten zu vertreiben.

Bitte helfen Sie durch Ihre Erfahrungen mit, ein zur jeweiligen Situation passendes Abwehrmittel gegen Wildschweine zu finden und dieses richtig anzuwenden.

Wildschweine im Garten
Wühlschäden durch Wildschweine im Garten

Viele Gartenbesitzer sind vom plötzlichen Auftauchen der Wildschweine überrascht. „Seit Jahrzehnten sind die Gärten wildschweinfrei, wir hatten noch nie Probleme und plötzlich werden in wenigen Tagen dutzende Gärten verwüstet. Die Rasenflächen gleichen einem frisch gepflügten Acker“, so der Vorsitzende einer Kleingartensparte im Dessauer Stadtteil Törten.

Innerhalb kürzester Zeit können ganze gärtnerische Lebenswerke vernichtet werden. Entsprechend groß sind Frust und Ohnmacht der betroffenen Gartenfreunde. Die regionale Presse berichtet, Gartenbesitzer wenden sich (meist erfolglos) an Behörden, das Problem bleibt, wirkliche Lösungen sind nicht in Sicht.

Selbsthilfe zur Abwehr von Wildschweinen

Schnell werden betroffene Grundstücksbesitzer oder Gartenpächter erkennen, dass nur Eigeninitiative hilft, um die Wildschweine wieder los zu werden. Jeder Garten- bzw. Grundstücksbesitzer ist selbst dafür verantwortlich, sein Eigentum vor Wildschäden zu schützen.

In befriedeten Bezirken darf nicht gejagt werden. Nur mit spezieller Ausnahmegenehmigung wird das Jagen der Wildschweine möglich, beispielsweise auf Friedhöfen. Die bürokratischen Hürden für solche Ausnahmegenehmigungen sind jedoch hoch. Wildschweine sind dann überlegen, denn sie müssen sich nicht um Bürokratie kümmern, müssen keine Anträge stellen, keine Genehmigungen einholen und können ihr Revier nach Belieben wechseln. Gartenfreunde werden hingegen mit Fachbegriffen wie „Jagdpachtgebietseinteilung“, machtlosen Jägern, nicht zuständigen Behörden, nicht versicherbaren Wildschäden und weiteren frustrierenden Erkenntnissen konfrontiert.

Einige Städte und Gemeinden reagieren vorbildlich!

Vorbildlich und lösungsorientiert reagierte z.B. die Stadt Wolfen-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt. Hier wurde ein mit speziellen Kompetenzen ausgestatteter Stadtjäger eingesetzt. Ein Bericht der Mitteldeutschen Zeitung erwähnt die Erfolge und die „Mischung aus Konsequenz und Besonnenheit“, welche für diese Aufgabe notwendig ist.

11 Gedanken zu „Wildschweine im Garten?“

  1. Wir können nicht genau sagen, ob uns Wildrepell in unserem Garten geholfen hat, da in den ca. 200 Gärten des
    Kleingartenparkes mehrere Rotten unterwegs sind. Im Frühling sollen möglichst neue Zäune gebaut werden.

    Seit etwa dem 25.09.17 sind die Tiere in den Gärten unterwegs (soweit wir erfahren haben, wirklich jede Nacht). Die Verwüstungen direkt in unserem Garten waren meist einigermaßen reparabel.
    Anfangs hatten wir so aller 3 bis 4 Tage Wildschweinbesuch. Vom 10.10. / 11.10.17 waren die Verwüstungen ziemlich schlimm.
    Am 12.10.17 haben wir dann Wildrepell verstreut (an den Gartenrändern und an den Hecken, auch die Gartennachbarn haben das getan).
    Danach war erst mal Ruhe. Vom 17.10./18.10.17 und vom 20.10. / 21.10.17 muss jeweils ein „kleines Schwein“ dagewesen sein, da nur geringer Schaden zu verzeichnen war.
    Vom 21.10, / 22.10.17 haben dann allerdings mehrere Tiere größere Verwüstungen angerichtet.

    Seitdem (10 Tage) haben wir erst mal Ruhe in unserem Garten (die Nachbarn auch größtenteils).
    Zwischendurch haben wir in den getroffenen Blumenrabatten nochmals Wildrepell nachgestreut.

    Ob das Mittel nun geholfen hat, oder ob es Zufall war, da den Tieren sehr viele Gärten zur Verfügung stehen,
    wissen wir nicht.
    Wir werden sicherlich nochmal die Pellets bei Euch bestellen, da die Tiere ja noch aktiv sind.

    Erstmal vielen Dank für Eure Hilfe.

    Viele Liebe Grüße

    1. Vermutlich lassen sich die Ergebnisse noch deutlich verbessern, wenn nicht nur die Grundstücksgrenzen, sondern auch die (für Wildschweine) besonders leckeren Bereiche mit Wildrepell bestreut werden. Erfahrungsgemäß sind das z.B. Beete mit Blumenzwiebeln (Tulpen, Narzissen usw. sind für Wildschweine eine Delikatesse).

  2. Nach meiner Mail an das Umweltamt der Stadt Dessau-Roßlau habe ich eine Zwischeninfo bekommen, dass man dort für Wildschäden nicht zuständig ist und meine „Anfrage an die zuständige Stelle weitergeleitet hat“. Wer zuständig ist, um unsere Gärten vor Wildschweinen zu schützen oder diese zu bejagen oder wenigstens zu vertreiben wurde uns nicht mitgeteilt. Eine weitere Antwort haben wir aber auch nicht erhalten. Insofern bleibt verborgen, wer nun zuständig ist und hilft. Bitterfeld ist da wirklich weiter!

  3. Als böse Weihnachtsüberraschung sind Wildschweine über unseren liebevoll gepflegten Vorgarten hergefallen. Mitten im Wohngebiet! Heute Nacht zum wiederholten male. Auf Grund der Feiertage ist weder das Umweltamt noch eine Jagdbehörde erreichbar. Wer hat einen Tipp und kann irgenwie helfen???

  4. Egal ob Feiertag oder nicht, die Ämter werden Dir kaum helfen. Selbsthilfe ist hier angesagt. Wenn jagen nicht erlaubt oder nicht möglich ist, hilft nur ein Zaun oder ein Vertreibungsmittel. Wenn Dich der Gestank nicht stört geht Hagopur, ansonsten eher Wildrepell. Von illegalen Methoden würde ich eher abraten, da ist der Ärger größer als der Vorgarten kompensieren kann. 🙂

  5. Jagt auf Wildschweine? Es gibt auch Umweltbehörden, welche die Wildschweinplage sinnvoll und wirksam bekämpfen. Hier möchte ich mal aus der OZ zitieren: „Rostock. Die Hansestadt Rostock will verhindern, dass sich Wildschweine in der Nähe von bewohnten Gebieten ausbreiten. Durch ein gemeinsames Projekt mit dem Biologen Hinrich Zoller von der Universität Rostock konnte das für die Ortsteile Markgrafenheide und Hohe Düne bereits erreicht werden.
    Das Beispiel Rostock verdeutlicht die Möglichkeit, durch effektive Bejagung in Kombination mit anderen Maßnahmen die Schwarzwild-Population zu reduzieren“, sagt Umweltsenator Holger Matthäus (Bündnis 90/Grüne). Durch gezieltes Abschießen wurden die Bestände aus den Orten vertrieben, so das Ergebnis des Pilotprojekts. Gerade vor dem Hintergrund der sich ausbreitenden Afrikanischen Schweinepest könnten die Erfahrungen des Gemeinschaftsprojekts von Stadt und Wissenschaft anderen Kommunen eine Hilfe zur Verringerung der Wildschweinzahlen sein, erklärt Holger Matthäus.
    In Markgrafenheide und Hohe Düne galt es zunächst herauszufinden, wie sich die Tiere bewegen und wo sie herkommen. 85 Wildschweine wurden gefangen, 44 mit Sendern versehen. Zur Verblüffung aller stellte sich heraus, dass es die gleichen Tier waren, die in beiden Ortsteilen Schäden verursachten. Zur Gefahrenabwehr wurde dann im zweiten Schritt gejagt und zwar anders als in den Revieren üblich, erläutert Hinrich Zoller. Zuerst galt es, die Bachen in den Rotten auszuschalten und dann die Jungtiere. Zudem mussten die Schweine mit Futter aus den Orten gelockt werden, um überhaupt schießen zu können. „In Markgrafenheide und in Hohe Düne hat es mit dieser Methode schnell Erfolge gegeben“, blickt Hinrich Zoller zurück. Seit 2014 gebe es dort kein Problem mehr mit Wildschweinen.“
    Quelle:
    http://www.ostsee-zeitung.de/Mecklenburg/Rostock/Wildschweine-konsequent-aus-Wohngebieten-vertreiben
    illegale Methoden sind also überhaupt nicht notwendig und ein wirksamer Schutz vor Wildschweinen ist trotzdem möglich. Es müssen nur alle Beteiligten zur richtigen Zeit die richtigen Maßnahmen ergreifen.

  6. Wildschweinplage: Dessau bietet Jägern eine Abschussprämie pro erlegtem Wildschwein an!
    Ich wohne in einem Stadtteil von Dessau, der seit ca. 1 Jahr extrem von einer Wildschweinplage betroffen ist. Inzwischen spazieren die Wildschweine selbst am frühen Nachmittag direkt durch das Wohngebiet. Die Stadtverwaltung versucht Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Bisher ist der Erfolg ausgeblieben. Aber nun soll der Abschuss der Wildschweine intensiviert werden. Ich möchte hier mal aus einem Artikel der „Mitteldeutschen Zeitung“ vom 12.07.2018 zitieren:
    Im Kampf gegen die Wildschwein-Plage hat Dessau-Roßlau jetzt eine Abschussprämie eingeführt. Die Stadt ist damit die erste Kommune in Sachsen-Anhalt, die eine solche Aufwandsentschädigung für Jäger zahlt. Sie umfasst 20 Euro ab dem sechsten erlegten Tier. …
    „Mit der Prämie sollen die Abschusszahlen beim Schwarzwild gesteigert werden“, sagt Stadtsprecher Carsten Sauer. Die Entscheidung sei am Dienstag in der Dienstberatung des Oberbürgermeisters gefällt worden. Damit reagiere die Stadt auf die anhaltende Wildschweinplage in Dessau-Roßlau.
    „Aufgewühlte Deiche, geplünderte Gärten und Gefahren im Verkehr beunruhigen die Einwohner. Die Aufwandsentschädigung ist eingeführt worden, um erste Erfolge durch die verstärkte Bejagung zu unterstützen“, erklärt Sauer. Damit folge man dem Beispiel anderer Bundesländer und Kommunen. Eingeplant im Haushalt sind rund 28.000 Euro an Entschädigungen bis 2020. Über das genaue Prozedere der Auszahlung laufen die Abstimmungen.
    In der Stadt ist die Lage weiterhin angespannt: Schwarzkittel rücken immer weiter vor, vor allem im Süden verursachen die Tiere Schäden und sorgen für Unruhe. Erst Anfang dieser Woche beobachtete Marie Günther 15 Wildschweine, die am hellichten Tag durch den Peterholzhang in Haideburg liefen. „Es werden immer mehr, da bekommt man es mit der Angst zu tun. Wir brauchen eine dauerhafte Lösung. Die Tiere müssen hier weg“, sagt sie.
    Im Jagdjahr 2017/18 wurden laut Stadtverwaltung 1.324 Tiere erlegt
    Einige Einwohner schützen sich inzwischen durch Zäune. Mit durchwachsenem Erfolg. Wie groß die Population insgesamt ist, dazu gibt es keine Angaben. Die Abschusszahlen sprechen aber für sich: Im Jagdjahr 2017/18 wurden laut Stadtverwaltung 1.324 Tiere erlegt, im Jahr davor waren es 862. Zuletzt hatte Dessau-Roßlau auch einen zusätzlichen Jäger geholt, der in befriedeten Bereichen in Törten und Haideburg Tiere erlegt.
    „Unser Auftrag ist es, den Bestand zu reduzieren. Die Prämie ist jetzt ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt Kreisjägermeister Michael Mitsching. „Es besteht auch ein hoher Kostendruck bei Jägern.“ Erlegte Tiere würden hauptsächlich verkauft, aber die Wildpreise seien eingebrochen.
    …. Die Entschädigung sei eine Hilfe. „Sie kann Anreiz sein, dass auch die Zahl der Frischlinge reduziert wird. Sie haben die höchste Lebenserwartung und sorgen für den meisten Zuwachs.“
    Der Landesjagdverband Sachsen-Anhalt begrüßt die Einführung einer Prämie
    Insgesamt habe die Zahl der Wildschweine in den vergangenen Jahren explosionsartig zugenommen, sagt Mitsching. Die Jagd bleibe aber schwierig. „Wir versuchen, was wir unter den geltenden auch rechtlichen Bestimmungen können. Aber Steigerungen sind kaum noch möglich.“ Derzeit würden Wildschweine wegen der Ernte die Felder verlassen und sich in Richtung Wald und Stadt orientieren.
    „Schon auf den Anbauflächen lässt sich schwer jagen. Aber auch in Wäldern sind die Sichtverhältnisse schlecht.“ In Wohngebieten gilt ein Jagdverbot, das nur teilweise per Ausnahmegenehmigung aufgehoben werden kann. Der zusätzlich von der Stadt eingesetzte Jäger habe aber in Süd dennoch Erfolge erreicht. „Über 20 Sauen sind geschossen worden.“

    Soweit das Zitat aus der Mitteldeutschen Zeitung. 20 Euro ab dem sechsten erlegten Wildschwein? Wir, die betroffenen Bewohner, werden wohl noch lange mit dem Problem kämpfen müssen und uns mit Vergrämungsmitteln und Zaun Bau selbst helfen. Wir werden jede Möglichkeit nutzen, um auf das Problem aufmerksam machen und wollen die verantwortlichen Politiker in die Pflicht nehmen! Der Schutz von Gesundheit und Eigentum ist auch eine staatliche Aufgabe!

  7. Mein Garten heute früh: Die absolute Katastrophe! Hier muss eine komplette Rotte Wildschweine durchsein! Rasen und Blumenbeete sind komplett vernichtet! Totalschaden würde ich sagen. Unser Grundstück grenzt direkt an einen Park, der auch schon mehrfach umgewühlt wurde. Vermutlich ist nun der milde Winter dafür verantwortlich, dass noch mehr Wildschweine da sind und sich jetzt auch in das Wohngebiet trauen. Allein das Nahrungsangebot sorgt für beste Bedingungen für die Tiere. Fest steht, dass es immer mehr Tiere gibt und diese sich nun den Randgebieten von Siedlungen nähern. Und keine Behörde ist dafür zuständig. Und verantwortlich für den Schaden ist man selbst! Einzige „Unterstützung“ der Behörden ist, dass Verbot der Jagd. Bin total frustriert!

  8. Ich empfehle auf Experimente zu verzichten und die Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung um Hilfe zu bitten. Der Fachmann kann geeignete Gegenmaßnahmen empfehlen, um die Wildschweine aus dem Garten zu verteilen.

  9. Die Stadt Heidelberg in Baden-Württemberg unterstützt nach Informationen regionaler Medien die Anwohner mit einer unkonventionellen Abwehrmethode: Alpakas sollen Wildschweine aus dem Stadtgebiet fernhalten!

    Die Anwohner des Stadtteils Ziegelhausen klagen schon seit Jahren über eine Wildschweinplage. Die Schwarzkittel verwüsten regelmäßig Vorgärten und Grundstücke an der Peterstaler Straße. Zäune halten die Tiere dabei kaum auf. Die Kosten haben die Grundstücksbesitzer zu tragen.

    Nun sollen Alpakas sollen sich den Sauen entgegenstellen!
    Mehrere private und städtische Grundstücke am Siedlungsrand wurden an die Betreiberin einer Alpakafarm verpachtet. Auf dem etwa zwei Hektar großen Gelände sollen zunächst vier Alpakas stehen, später sollen es gg. noch mehr werden.

    Dass die „großen Tiere“ als Herde eine wirksame Abschreckung gegen Wildschweine bilden – so die Hoffnung der Betreiberin – sieht das Landschafts- und Forstamt jedoch kritisch. Durch den Verlust von Dickungen in unmittelbarer Siedlungsnähe sei allerdings dennoch davon auszugehen, dass sich die Wildschweinplage vermindere, so ein Sprecher des Forstamts.

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